Traudel Pichler

Mülheim/ Ruhr 1941 - 2002 Vienna

Traudel Pichler wurde am 13. Oktober 1941 in Mülheim an der Ruhr in Deutschland geboren. Die Familie überstand unbeschadet den Zweiten Weltkrieg und hat auch wieder zusammengefunden, kam aber schnell ins Visier der Alliierten Besatzungsmächte. Helmut Pichler war während des Krieges stellvertretender Direktor am „Kaiser Wilhelm Institut für Kohleforschung“ (jetzt: Max-Planck-Institut) in Mülheim und somit als Wissenschaftler bei den Alliierten ein gefragter Mann. Dies hatte zur Folge, dass Helmut Pichler mit seiner Familie 1948, wie viele andere Wissenschaftler aus Deutschland auch, in dieser Zeit in die USA emigrierte. Traudel Pichler war zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre alt und wohnte bis 1956 in Trenton New Jersey, wo sie die Ewing Junior High School besuchte. Bemerkenswert für diese Zeit ist 1956 die Rückkehr der Familie nach Deutschland, ebenfalls durch den Beruf ihres Vaters veranlasst.
1960 begann Traudel Pichler ein Studium an der „Staatlichen Akademie der bildenden Künste Karlsruhe“. Hier studierte Sie drei Semester Graphik bei Professor Karl-Wilhelm Meyer und Professor Hans Gaensslen, bevor Sie in das Geburtsland Ihres Vaters Österreich übersiedelte, dem sie bis zu ihrem Tod verbunden bleiben sollte. Von 1961 bis 1965 studierte Traudel Pichler in Wien an der „Akademie der bildenden Künste“ und schließt mit einem Diplom und dem Meisterschulpreis ab.

1965 findet die erste Ausstellung von Traudel Pichler, in der Galerie der Österreichischen Staatsdruckerei in Wien statt. Frühzeitig beantragte Traudel Pichler die Österreichische Staatsbürgerschaft, ein Zeichen dafür, dass sie „ihre“ Heimat gefunden hatte. Am 9. Oktober 1967 wurde ihr erster Reisepass der Republik Österreich ausgestellt.
In den Jahren nach Abschluss des Studiums siedelte Traudel Pichler nach Salzburg um. Sie unternahm jetzt auch Reisen nach Italien und Spanien. In diesen Jahren etabliert sich Traudel Pichler durch rege Ausstellungstätigkeit in der Österreichischen Kunstszene, bevor Sie im Jahr 1969 einen Lehrauftrag an der Akademie der bildenden Künste in Wien aufnahm und somit wieder in Wien wohnhaft wurde.
33 Jahre, bis zu ihrem Tod sollte sie der Akademie der bildenden Künste als Mitarbeiterin zur Verfügung stehen. 1972 wurde dieser Lehrauftrag in eine ordentliche Assistentenstelle an der Meisterschule für Grafik umgewandelt.
1974 erwarb Traudel Pichler den alten, heruntergekommenen Pfarrhof in Ziersdorf, Niederösterreich welcher ihr Kleinod und Refugium werden sollte.
1975 wird ihr der Förderungspreis zum Österreichischen Staatspreis für Malerei verliehen. 1983 wird im NÖ Dokumentationszentrum St. Pölten eine Große Personalausstellung von Stillleben durchgeführt und ihr im selben Jahr noch der Kulturpreis des Landes Niederösterreich verliehen. Am 6. Oktober 1992 wir Traudel Pichler vom Bundespräsidenten in Anerkennung Ihrer Leistungen, sowohl als Pädagogin und Künstlerin für die Republik Österreich der Professorentitel verliehen. Nach kurzer schwerer Krankheit stirbt Traudel Pichler überraschend am 1. Juli 2002.