Cornelius Kolig

Vorderberg/ Gailtal 1942

Cornelius Kolig, 1942 in Vorderberg in Kärnten geboren, ist Maler, Objekt- und Konzeptkünstler. Er ist der Enkel von Anton Kolig und Neffe von Franz Wiegele. Von 1960 bis 1965 studierte Cornelius Kolig an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Josef Dobrowsky, Herbert Boeckl und Max Weiler. Bereits 1963, 1966 und 1969 stellte er bei Monsignore Otto Mauer in der Galerie nächst St. Stephan Röntgenplastiken, Tast- und Temperaturplastiken und Lichtobjekte aus. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland folgten. Seit 1979 arbeitet Kolig in Vorderberg im Gailtal am „PARADIES“, einem als Lebens- und Gesamtkunstwerk gedachten Projekt. Es besteht aus einem Komplex von Gebäuden und Hallen, der Naturräume wie Wiesen, Blumenbeete und Obstgärten und die dort lebenden Tiere mit einschließt. Das PARADIES ist zugleich Werkstatt, Schaulager und Archiv sämtlicher für diesen Ort geplanter Werke. „Was (fragt Kolig) ist denn künstlerisches Schaffen, wenn nicht das Verarbeiten, Veredeln, Verdichten, Destillieren von in der alltäglichen Wirklichkeit Vorgefundenem?“ Von modernen Techniken fasziniert entstehen Gerätschaften und Maschinen, durch die Natur- und Körperinszenierungen ermöglicht werden – „Metallskulpturen, Fotografien und Videos mit Bedienungsanleitungen“, wie er seine Hauptwerke nennt. Im Zentrum seiner Arbeiten stehen tabuisierte primäre Lebensäußerungen wie Sexualität, die Funktionalität menschlicher Ausscheidungen sowie die breite Sinnlichkeit des Aktionistischen. Bildartige Blumenreliefs, meist aus farbintensiven, fleischlichen, aber duftlosen, künstlichen Blütenformen komponiert, verweisen auf die Grundausstattung tradierter Paradiese. "FLUSH bezeichnet bei kolig ein sehr weites begriffsfeld des errötens – von den psychophysischen vorgängen der scham- und zornesröte, vom rot als mechanismus der werbung und der warnung in zoologie und botanik, bis zu den sentimentalen projektionen der vergänglichkeit auf die naturerscheinungen des abendrotes und des glühenden sonnenunterganges." 1

1 Arnulf Rohsmann, "cornelius kolig – das PARADIES, die praxis", in: Cornelius Kolig, Flush. Neue Arbeiten für das Paradies 1985–1990, Klagenfurt 1990, S. 7-16, hier: S. 15