Ty Waltinger

Wien 1962

Der Zeit-Aspekt der Malerei Ty Waltingers kulminierte in seinen Zeit-Fresken, die der Künstler zur Biennale im Palazzo Bembo am Canale Grande ausstellte, wo er in gegenläufigen malerischen Prozessen Vergangenheit und Gegenwart aufhob beziehungsweise ineinanderfließen ließ. Auf diese Bilder, die von 1999 bis 2016 al fresco entstanden sind, wurden über viele Jahre seltene und meist sehr alte Pigmentessenzen aufgetragen. Von 2016 bis 2017 arbeitete der Künstler sich dann mit Skalpellen und feinen Werkzeugen zurück in die Tiefe, legte Malschicht um Malschicht und damit Zeitschicht um Zeitschicht wieder frei. Sein Ziel war die Erfassung von „Echtzeit“ über die Offenlegung der sich über lange Zeiträume erstreckenden malerischen Prozesse.

Edelbert Köb