"Beaulieu"

Carl Moll

Wien 1861 - 1945 Wien

"Beaulieu"

Öl auf Holz

34,3 x 35,5 cm

Links unten monogrammiert: CM
Rückseitig beschriftet: Carl Moll (monogrammiert CM) III Beaulieu A Eigentum Prof. L. Geitler Bot. Inst. Universität Wien

Cabuk WV Nr. GE 481

Provenienz:

Sammlung Prof. Lothar Geitler, Wien 1943

Literatur:

Cornelia Cabuk, Carl Moll. Monografie und Werkverzeichnis, Stella Rollig, Christian Huemer (Hg.), Belvedere Werkverzeichnisse, Bd. 11, Wien 2020, Abb. S. 256, Nr. GE 481

Der Mitbegründer der Wiener Secession und künstlerische Leiter der berühmten Galerie Miethke in Wien, Carl Moll, hatte 1903 maßgeblichen Anteil an der Eröffnung der Modernen Galerie im Unteren Belvedere. Deren Gründungsintention, die Präsentation österreichischer Kunst im internationalen Kontext, korrespondierte mit Carl Molls künstlerischem Credo: Moll organisierte Ausstellungen internationaler Künstler und brachte unter anderem erstmals Werke von Vincent van Gogh nach Wien, mit dem er die Faszination für den Japonismus teilte. Anfangs noch dem Naturalismus, Impressionismus und der ?ächigen Malerei der Wiener Secession verhaftet, wandte
sich der Stil von Molls späteren Landschaftsbildern immer stärker dem Expressionismus zu. Ein exzellentes Beispiel für diese Entwicklung ist das Gemälde „Beaulieu“. Inspirationen für seine Landschaften fand Carl Moll oft im Mittelmeerraum, von Algerien bis Südfrankreich. So dürfte „Beaulieu“, was übersetzt „schöner Ort“ heißt, in der kleinen
Gemeinde Beaulieu-sur-Mer an der südöstlichsten Spitze Frankreichs entstanden sein. Mit dicken, kurzen, gespachtelten Pinselstrichen setzte Carl Moll strahlendes Grün neben unterschiedliche Blau- und Violetttöne und schuf auf diese Weise ein spannendes, pastoses Stimmungsbild zwischen Impressionismus und Expressionismus.