Häuser

Erika Giovanna Klien

1900 Borgo Valsugana/Trentino - 1957 New York

Häuser

Aquarell, Tempera und Öl auf schwarzer Kreide und Kohle auf Leinwand auf Karton

38 x 50,9 cm

Links unten datiert und signiert: 1924 / KLIEN

Ausstellungen:

Wien, Belvedere, "DYNAMIK" Kubismus, Futurismus, KINETISMUS", 2011

Literatur:

Ausstellungskatalog "Wiener Kinetismus. Eine bewegte Moderne" hrsg. von Husslein-Arco/Bast/Krejci/Werkner, Belvedere, Wien 2011, Abb. S. 171

Die Bilder von Erika Giovanna Klien gelten als die bedeutendsten Bilder des Kinetismus – einer künstlerischen Strömung, in der durch die Mischung von kubistischen, futuristischen und konstruktivistischen Stilelementen eine zum Teil mystisch überhöhte Stimmung erzeugt wird. Die beiden aquarellierten Collagen aus dem Jahr 1928 entstanden ein Jahr vor Kliens Übersiedelung nach Amerika und während ihrer Zeit in Salzburg. Das Werk mit dem Titel „Einsam“ ist besonders hervorzuheben. Denn tatsächlich fühlte sich Klien einsam. Obwohl sie einige Freundschaften mit ihren lehrenden Kollegen knüpfte, vermisste sie ihren Wiener Freundeskreis und hatte auch Angst, den künstlerischen Anschluss in Wien zu verlieren. Sie schickte wunderbar dekorierte Grußbotschaften, genannt „Klessheimer Sendbote“, an Franz Cižek und das Künstlerpaar Rochowanski. Sie waren in der Art eines Comicstrips verfasst und vereinten ihr Stil-Repertoire auf hohem Niveau: künstlerische Typografie, Kinetismus, „Primitivismus“, gemixt mit einem Schuss zynischem Humor. Interessant ist, dass den beiden vorliegenden Werken eindeutig der künstlerische Gedanke voransteht und es sich in diesem Sinne nicht um Gebrauchsgrafik handelt. Ein weiteres bekanntes Motiv Kliens sind ihre Dorf- und Stadtansichten, die durch ihre geometrische Komposition leicht erkennbar sind. Ihr gesamtes Œuvre wurde durch die Themen Musik, Theater und Tanz beeinflusst, wobei besonders Bewegung und Rhythmus die wesentlichen Ausdrucksformen waren.