Blick von der Uferpromenade in Opatija in die Bucht von Rijeka

Ludwig Heinrich Jungnickel

Wunsiedel 1881 - 1965 Wien

Blick von der Uferpromenade in Opatija in die Bucht von Rijeka

Öl auf Leinwand

46,5 x 58 cm

Rückseitig Nachlassstempel

Provenienz:

Aus dem Nachlass des Künstlers

Literatur:

vgl. Ilse Spielvogel-Bodo, Ludwig Heinrich Jungnickel. Ein Leben für die Kunst. Mit einem Werkkatalog der Druckgraphik, Klagenfurt 2000, Abb. S. 173

Der für seine Tierdarstellungen berühmte Ludwig Heinrich Jungnickel sah sich im Jahr 1939 gezwungen, Wien zu verlassen und zu emigrieren. Nach vorübergehenden Aufenthalten in Split und Fiume (heute Rijeka) erschien Opatija, ein scheinbar vom politischen Weltgeschehen vergessener kleiner Ort an der nördlichen Adria, als idealer Platz für einen womöglich längeren, sicheren Aufenthalt des damals 61-jährigen Künstlers. Inspiriert von der subtropischen Vegetation und fasziniert vom immer neuen Licht- und Farbenspiel
des Meeres, traten seine Tierdarstellungen nun mehr und mehr in den Hintergrund. Im Ölgemälde Blick von der Uferpromenade in Opatija in die Bucht von Rijeka zeigt der Künstler im Vordergrund Felsen, während das Meer den Blick bis zu einem gegenüberliegenden Küstenstreifen in die Ferne lenkt. Das Motiv der Bucht wird links durch
einen Baum unterbrochen, dessen Äste das Bild von oben ebenso begrenzen wie die Felsformationen von unten. Diese Komposition lässt den Betrachter wie durch ein Fenster auf die ruhige Bucht blicken. Jungnickel bediente sich mehrmals des Motivs der Brandung in Opatija und stellt das Meer dabei teils expressiv und lebendig, teils ruhiger und sanfter, wie bei unserem Gemälde, dar. Die detaillierte Abstufung der blauen, violetten, grünen und grauen Farbnuancen bildet die Idylle der Bucht ab, wobei die Übergänge zwischen Meer und Himmel spielend zu verschwimmen scheinen.