"La Joie de Vivre"

Greta Freist

Weikersdorf 1904 - 1993 Paris

"La Joie de Vivre"

Öl auf Leinwand

87,5 x 118 cm

Links unten signiert: G. Freist
Rechts unten datiert: 1964

Literatur:

Ausstellungskatalog „Greta Freist", Niederösterreichisches Landesmuseum, Wien 1991, Abb. Werkübersicht o.S.

Greta Freist überwand die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion ebenso mit spielerischer Leichtigkeit wie die Barriere zwischen Realität und Phantastischem. Ihr magisch gefärbter Realismus bis Mitte der 1930er-Jahre wurde von surrealistischen Arbeiten und Bildern abgelöst, die einen „Réalisme romantique“ propagierten, abgelöst. 1949 entstanden die ersten abstrakten Bleistiftzeichnungen auf Papier. Der Einzug der Farbe in die weiteren Arbeiten der 1950er-Jahre bewirkte eine Formenreduktion: Das Rechteck wurde zum Grundmotiv für die Serie der „Mauerbilder“ („Mur“-Bilder). Mit gespachtelter Farbe, der geometrischen Form streng untergeordnet, wurde aus rechteckigen Flächen eine bunte Mauer geschichtet. Gegen Ende der 1950er-Jahre löste sich dieses signifikante Farbformschema zunehmend auf und wurde von einer lockeren Farbsetzung überlagert. Auf die Werkphase der geometrischen Abstraktion folgte die lyrische Abstraktion. Eine Farbpalette von beispielloser Vielfalt und Subtilität kam zum Einsatz: Zinnober und Chrom mit Altrosa, Violett, Mauve. Mitte der 1960er-Jahre begann Freists Abkehr von der Abstraktion, ein vorsichtiges Herantasten an die Gegenständlichkeit. Es entstand ein ein überbordendes, barockes Sammelsurium von vegetabilen und animalischen Elementen. Das von uns gezeigte Bild „La Joie de Vivre“ ist ein typisches und ein erstklassiges Beispiel für diese Werkperiode. Freist ist eine der wichtigsten weiblichen Protagonistinnen in der öster reichischen Kunstgeschichte. Ihre Arbeiten sind in den wichtigsten Sammlungen und Museen vertreten wie der Österreichischen Nationalbank und dem Belvedere in Wien.