• Stehender Rückenakt mit braunem Tuch
  • Stehender Rückenakt mit braunem Tuch

Alfons Walde

Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel

Stehender Rückenakt mit braunem Tuch

Tempera und Bleistift auf Papier

24 x 12 cm

Rückseitig Nachlassstempel "Berta Mag. Walde, Schwester, 1.3.1973 Alfons Walde Aus dem Nachlass von Prof. A. Walde, Kitzbühel"

Walde WV Nr. DA-2A-88

Literatur:

Gert Ammann und Michael Walde-Berger, Alfons Walde Werkverzeichnis, Kitzbühel 2025, Abb. S. 548, Nr. 1901, WV Nr. DA-2A-88

Erst 1921 brachte Alfons Walde erstmals auch Aktdarstellungen an die Öffentlichkeit, die Anstoß erregten und zum Teil auch von der Kritik abgelehnt wurden. Wie reichhaltig dieser Themenbereich im Gesamtwerk erscheint, läßt sich vielleicht erst heute im Rückblick feststellen. Nur sehr selten fanden die erotischen Skizzen den Weg zum Kunden. Zumal sich hier der private Walde äußerte und seinen innersten und intimsten Bereich zeigt. War doch meist die reizvoll Dargestellte seine 1925 geehelichte Frau Hilda Lackner.
Es wirkt beinahe wie ein Balanceakt, wenn man den Frauenkörper mit seinen weiblichen Rundungen auf den kleinen Stöckelschuhen posieren sieht. Walde setzt den Rückenakt in eine Art Nische und akzentuiert das Blatt durch die stark kontrastierte Farbgebung von Grau und Orange. Lediglich der wolkige Pinselduktus bringt Bewegung in die Farbflächen. Gerade wegen ihres intimen Charakters zählen die Aktsujets zu den malerisch freiesten Bildschöpfungen, in denen Alfons Walde unabhängig von den Zwängen des Verkaufens agieren konnte. Man spürt die Lust und Liebe, das innere Engagement, das ihn zur Schaffung dieser erotischen und doch eleganten Aktdarstellungen animierte.