• „Zum Süssen Eck“
  • „Zum Süssen Eck“

Franz Zadrazil

1942 Wien - 2005 Wien

„Zum Süssen Eck“

Öl auf Holzplatte

123 x 180 cm

Signiert und datiert in der Bildmitte: F. ZADRAZIL 97

Provenienz:

direkt vom Künstler erworben
seither Privatsammlung, Österreich

Mit seinen hyperrealistischen Bildern von unbelebten Stadtlandschaften hat sich der österreichische Maler und Grafiker Franz Zadrazil international einen Namen gemacht. Zadrazil zählt zu den wichtigsten Vertretern des Fotorealismus seit den 1970er-Jahren. Sein künstlerisches Auge richtete sich auf Großstädte wie Wien, Paris und New York - insbesondere auf deren Hausfassaden, Geschäftsportale und Werbeschilder. Auch wenn seine Werke auf den ersten Blick wie Reproduktionen wirken, spiegeln sie vielmehr die subjektive Ansicht des Künstlers wider. Als gebürtiger Wiener war Zadrazil zeitlebens mit seiner Heimatstadt stark verbunden. In vielen Motiven wird seine Liebe zu Wien erkennbar. So auch in dem vorliegenden Auftragswerk aus den 1980er-Jahren. Das Bild zeigt das traditionsreiche Süßwarengeschäft „Zum süssen Eck“ in der Währinger Straße 65 im 9. Wiener Gemeindebezirk. Dabei bediente sich der Künstler einer fotorealistischen Malweise in detailgetreuer Wiedergabe. Dass Zadrazil ein Meister der Technik war, spiegelt sich auch in den Licht effekten und Reflexionen bei den Schaufenstern und Werbeschildern wider. Das Bild ist nicht nur Kunstwerk, sondern in gewisser Weise auch ein historisches Zeitdokument, wobei er in seinen Motiven Realität und Eigenwahrnehmung stets vermischte. Dazu meinte Zadrazil einmal: „Ich male mir eine Welt, die ich gerne hätte: Es ist aber keine bewusst übermittelte Botschaft. Ich mal das einfach. Das Hauptgewicht liegt für mich in der Problematik der absoluten konkreten Malerei, der Bewältigung von Farbe und Form. Das Inhaltliche ist in erster Linien Transportmittel für meine Malerei.“ (Franz Zadrazil, Ausst. Kat. Essl Museum, Klosterneuburg 30.05.–28.10.2012, S. 17)Stefan Üner