1954 Bruck an der Mur
Ohne Titel
aus der Serie: Abstract SculpturesAluminium, gebürstet
Auflage 5 + AP1
H 80 cm, B 27 cm, T 32 cm
Signiert und nummeriert: E. WURM AP1
Zertifikat der Authentizität - Atelier Erwin Wurm – in Fotokopie vorhanden.
Provenienz:
Privatsammlung, Wien
Schon längst zu einem der international renommiertesten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart avanciert, prägt der Biennale-Teilnehmer Erwin Wurm mit seinen künstlerischen Statements nicht nur den Kunstbetrieb per se. Relevante Gestaltungsparameter wie sein Hang zum Absurden und Paradoxen, Selbstironie und Gesellschaftskritik amalgamieren in einem international gefragten Gesamtkunstwerk, in dessen Mittelpunkt Wurms Skulpturen stehen, deren Möglichkeiten vom Künstler im Lauf der Jahre ausgelotet, radikal weiterentwickelt und vielfach neu interpretiert wurden. So der Künstler: „Irgendwann wurde mir klar, dass alles, was mich umgibt, Material für eine künstlerische Arbeit sein kann, wirklich alles. Am Anfang, weil ich kein Geld hatte und relativ schnell arbeitete, habe ich Holzreste und Dosen verwendet. Dann habe ich alte
Kleidung verwendet, die nichts gekostet hat, und schließlich festgestellt, dass ich eigentlich alles verwenden kann, was mich umgibt. Das war der entscheidende Schritt, denn dann war alles möglich.“ Die surrealen, oft humanoiden Wurst-Skulpturen aus der Serie der „Abstract Sculptures“ parodieren Kunstklassiker der Bildhauerei der Moderne von Rodin bis Giacometti. Sie bestehen aus aneinandergefügten, überdimensionalen Nachbildungen von Knackwürsten und Frankfurtern und persiflieren den männlichen Körper sowie unsere Konsumgesellschaft. Erwin Wurm beschreibt seine Würstchen-Kunst als Gegenentwurf zur großen, heroischen Kunst, die seiner Ansicht nach den Menschen eher klein macht. Durch Humor möchte er eine neue Perspektive auf die Welt eröffnen. Die Wahl der Wurst als künstlerisches Motiv begründet er mit seiner Kindheit, in der Würstel und Essiggurken alltäglich waren. Gleichzeitig versteht er die Wurst als Ikone des Konsums in Europa und als einem„gültige Form der Abstraktion“.