Kopf

Josef Mikl

Wien 1929 - 2008 Wien

Kopf

Öl auf Leinwand

100 x 81 cm

Rechts unten signiert und datiert: Mikl 69
Rückseitig betitelt und datiert: Kopf 1969

Obwohl Josef Mikl als einer der Pioniere der Abstraktion bzw. der informellen Malerei in Österreich gilt, wehrte sich der Künstler zeitlebens vehement gegen eine eindeutige Kategorisierung seiner Ölbilder, Papierarbeiten und Plastiken als „abstrakt“, „informell“ oder „gegenstandslos“. Die menschliche Figur, der Gegenstand diente Mikl als zentraler
Referenzpunkt seiner Kunst, wurde von ihm allerdings in eine neue (bildnerische) Realität transformiert. Seine eigentliche Aufgabe als Künstler sah Josef Mikl darin, eine grundsätzliche Ordnung von Farbe und Form zu schaffen und bereitzustellen. Mikls frühe Werke bis Anfang der 1950er-Jahre sind geprägt von konstruktiven Röhrenformen, die sich vom Erlebnis zerstörter, ausgebrannter Fahrzeuge aus den letzten Kriegsjahren herleiten lassen. In ihnen besitzt die Farbe nur illustrativen Charakter, während sie später eindeutig in den Vordergrund tritt – in den für Josef Mikl so typischen Gelb-, Orange- und Rottönen, zuweilen grafisch skriptural, dünn lasierend aufgetragen. Mikls leuchtende, farbintensive Arbeiten der 1950er-Jahre werden von statischen geometrischen Formen, Vierecken und Kreisen dominiert, die er um 1960 zugunsten einer freieren Malweise aufzulösen begann. Mikl blieb stets einem analytischen Bildaufbau verpflichtet, Röhrenformen wurden in der Folge zu rhythmischen Elementen und figuralen Strukturen in „farbigen Spannungsräumen“ (Zitat: Werner Hofmann), koloristisch verhalten in den 1960er- und 1970er-Jahren, gleichermaßen farbexplosiv wie hochkonzentriert zeitlich danach. Kunst verstand Josef Mikl als einen Appell an das Schauen. Nicht umsonst lautete sein künstlerisches Credo: „Man will zuerst denken und dann schauen. Schauen ist die geistige Arbeit.“
Im Herbst 2024 widmete das Danubiana Meulensteen Art Museum dem Künstler eine große Einzelausstellung mit dem Titel „Josef Mikl – Arbeiten aus sechs Jahrzehnten“.