Akelei, Fingerhut und Mohn

Werner Berg

Elberfeld, Wuppertal 1904 - 1981 St. Veit im Jauntal

Akelei, Fingerhut und Mohn

Öl auf Leinwand

120 x 40 cm

Links unten monogrammiert: W.B.
Rückseitig bezeichnet und Etikett: Sommerblumen / 1978

Scheicher WV Nr. 1181

Literatur:

Werner Berg. Seine Kunst, sein Leben, hrsg. von Harald Scheicher, Klagenfurt 1984, Abb. S. 186, Nr. 150
Wieland Schmied u.a., Werner Berg Gemälde, Klagenfurt 1994, Abb. S. 328, WV Nr. 1181
Das Werk ist im Online-Werkverzeichnis (Künstlerischer Nachlass Werner Berg) unter www.wernerberg.com erfasst und beschrieben.

Werner Berg malte seine Blumenbilder direkt vor der Natur. Sein Bauerngarten lag unmittelbar neben Atelier und Haus, wodurch er die Pflanzen in ihrem natürlichen Wuchs beobachten konnte. Die Blumen erscheinen bei ihm nicht nur als botanische Motive, sondern als Träger von Stimmung, Klang und Erinnerung. In vielen seiner Blumenbilder nutzt
Berg ein schmales Hochformat, das die aufstrebenden Formen der Pflanzen betont. Vor einem dunklen, oft nächtlich wirkenden Hintergrund treten die Blüten besonders intensiv hervor. Berg selbst beschrieb die Wirkung seiner Blumenbilder mit einer Verbindung von Natur und Klang. Das Dunkle der Nacht empfand er als besondere Ausdruckskraft – einzelne Blüten erscheinen daraus hervortretend wie Töne einer Melodie. Dafür ist das hier gezeigte Gemälde „Akelei, Fingerhut und Mohn“ ein gutes Beispiel. Der dunkle Hintergrund mit dem violetten Astfragment schafft tiefenräumliche Perspektive und lässt die einzelnen Blüten intensiv aufleuchten. Fast wie wirbelnde Balletttänzerinnen wirken die zarten Akeleien innerhalb dieses pulsierenden Geflechts. Das Gemälde gehört zu den späten Blumenbildern Bergs, in denen sich die gegenständliche Beobachtung zunehmend mit einer malerischen Verdichtung verbindet. Konturen lösen sich stellenweise im weichen Farbauftrag auf, Formen fließen im freien Rhythmus ineinander, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Die kühle, von Blau- und Violetttönen bestimmte Grundstimmung wird von den warmen Akzenten des roten Mohns wirkungsvoll durchbrochen und erzeugt eine feine Balance zwischen Ruhe und Intensität.