Das Doppelte B

Wander Bertoni

Codisotto 1925 - 2019 Wien

Das Doppelte B

aus der Serie „Das imaginäre Alphabet“

Ausführung Kunstgießerei Slavko Mikic, Hof am Leithaberge

Bronze, poliert
Auflage 7

H 98,5 cm (mit Sockel), D 42 cm

Signiert und nummeriert: W. BERTONI 2/7
Gießerstempel MIKIC

Literatur:

vgl. Kristian Sotriffer, Wander Bertoni. Das plastische Werk 1945 bis 1980, Wien 1981, Abb. S. 81, Nr. 41

Wander Bertoni, einer der bedeutendsten Schüler Fritz Wotrubas, war ständig auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Schon in den 1950er Jahren oszillierte er zwischen figurativer und abstrakter Bildhauerei – ein kreativer Dialog, der sein Schaffen prägend mitbestimmte. Bertoni sprach dabei von erworbenen Erkenntnissen, „die während der Arbeit entstanden sind, und das wird hoffentlich das ganze Leben so bleiben, daß bei jeder Erfahrung neue Formen entstehen. Das ist der Sinn der Kunst – für mich.“1
Das hier gezeigte „Doppelte B“ stammt aus einer der wichtigsten Werkgruppen des Künstlers, dem „Imaginären Alphabet“, das Mitte der 1950er Jahre entstand und hauptsächlich aus hochglanzpolierten Bronzen besteht. „Innerhalb des Gesamtwerks und innerhalb der Entwicklung zeitgenössischer Bildhauerei erweist sich das ‚Imaginäre Alphabet‘ als
eine exemplarische und nach seinem Entstehen international aufsehenerregende Leistung. Und zwar nicht zuletzt deswegen, weil es Bertoni gelungen war, mit dieser von Wittgenstein angeregten kontemplativen, Musikalität und Phantasie, aber auch metaphysische Komponenten einbeziehenden Serie den Nachweis für die Möglichkeit einer Integration differenzierter Vorstellungen in ein plastisches Werk zu erbringen.“2 Wander Bertoni war Mitbegründer der Wiener Künstlervereinigung
„Art Club“, die von 1947 bis 1957 bestand und als progressive Plattform für junge Künstler im Kampf um die Autonomie der modernen
Kunst fungierte.
1 Kristian Sotriffer, Wander Bertoni. Das plastische Werk 1945 bis 1980, Wien 1981,
Vorwort
2 ebd., S. 18