"Dynamisches Ultramarin II"

Ty Waltinger

Wien 1962

"Dynamisches Ultramarin II"

Hydro-Painting
Öl-Inversionen
grundiertes Leinen, Diptychon gespannt

Titanweiß, Lithopone Silbersiegel 60% alt, Zinkweiß, Zinkgelb alt, Cadmiumgelb dunkel alt, Chromgelb alt, Karminrot, Cochenille alt, Echtbordeaux alt, Pariserblau alt, Ultramarin feinst alt, Kobaltblau alt, Rebschwarz alt, zerriebenes Metall, Dukatengold zerrieben, 15 kt. Gold zerrieben

196 x 201 cm
(einzeln jeweils 196 x 100,5 cm)

Rückseitig signiert und beschriftet

Zunächst wurden die beiden gespannten, weiß grundierten Leinenkörper mit dünnflüssigen Gelb-Emulsionen dynamisch bemalt und beginnenden, leichten Regenfällen ausgesetzt. Es folgten Orangerot-Essenzen, die auf Grund der Wetterbedingungen dem Bild einen fließenden Charakter verliehen. Das Pigment Echtbordeaux schuf im Zentrum einen dichten Farbgrund, der auf Grund der Regeneinwirkungen deutlich sichtbar abfloss. Es folgten dünne Blaupigmente, die sich mit dem anfangs verwendeten Gelbessenzen zu einem Grün wandelte. Als der Nieselregen immer leichter wurde und beinahe aufhörte, wurden in rasch aufeinander folgenden Arbeitsschritten edles Ultramarin und diverse, feinst zerriebene Tinkturen aus Gold und Dukatengold in einer dynamischen Malmethodik verteilt.
Das Werk zeigt dank seiner mehr als 200 dünnen Farbschichten, einen an den Rändern transparenten Charakter, während das Zentrum eine intensive Leuchtkraft aufweist, die dem von Rembrandt von Rijn bezeichneten „Teufelsblau“ sehr nahe kommt. So entstand ein Diptychon mit stark dynamischem Duktus auf prozessual entstandener Basis.