Norbertine Bresslern-Roth

Graz 1891 - 1978 Graz

Norbertine Bresslern-Roth wurde 1891 in Graz geboren. Sie zählt zu den bedeutendsten österreichischen Tiermalerinnen und zu den am häufigsten ausgezeichneten inländischen Künstlerinnen. Die außergewöhnliche Begabung der jungen Malerin wurde schon in den ersten Jahren ihrer künstlerischen Ausbildung an der Steirischen Landeskunstschule entdeckt und führte sie in den Sommermonaten 1909 und 1910 an die Tiermalschule nach Dachau bei München. Beeindruckt von ihrem herausragenden Talent zeigte sich auch der in Wien unterrichtende Professor Ferdinand Schmutzer, der die Malerin 1912 in sein Akademieatelier aufnahm – eine kleine Sensation, da Frauen erst seit 1920 offiziell an der Wiener Akademie der bildenden Künste studieren dürfen. 1916 kehrte die mittlerweile Fünfundzwanzigjährige nach Graz zurück, um sich in ihrer Geburtsstadt als freischaffende Künstlerin niederzulassen. Ab 1921 schuf sie gemeinsam mit ihrem Mann, der die schwere Druckerpresse bediente, über 200 Linolschnitte. Während die flächig-dekorativen Druckgrafiken eine Auseinandersetzung mit dem Jugendstil und dem japanischen Farbholzschnitt erkennen lassen, konzentrierte sich die Künstlerin in ihren Ölgemälden, die vor allem nach dem Tod ihres Mannes 1952 entstanden, auf eine mehr naturalistische Darstellungsweise. Auch in dieser Technik entwickelte Bresslern-Roth ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Malstil, der sich durch eine samtig-matte Textur der Bildoberfläche auszeichnet. Bereits zu Lebzeiten konnte sich Bresslern-Roth mit ihren Ölgemälden und Linolschnitten im internationalen Kunstgeschehen positionieren. Bis heute haben ihre unverkennbaren Bilder nichts von ihrer formalen und inhaltlichen Prägnanz und Faszination eingebüßt. 2016/17 wurde ihr Werk in einer großen Ausstellung in der Neuen Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, begleitet von einer umfassenden Publikation, gewürdigt. 1978 verstarb Norbertine Bresslern-Roth in Graz.