Stillleben

Robert Kohl

Wien 1891 - 1944 KZ Blechhammer, Schlesien

Stillleben

Öl auf Leinwand

88 x 110 cm

Rechts unten signiert und datiert: Robert Kohl 29

Einige alte Retuschen

Der Maler und Grafiker Robert Kohl lebte und arbeitete bis zu seiner Emigration nach Paris 1938 in Wien, Leipzig, Prag und Frankfurt am Main.
Zu Beginn der zwanziger Jahre verlagerte sich das Hauptgewicht seines Schaffens von der Grafik auf das malerische Werk. Es entstanden Stillleben –
besonders Blumenbilder -, Landschaften, Figurenbilder und Porträts, die im
Hagenbund und im Wiener Künstlerhaus ausgestellt wurden.
Das hier gezeigte Stillleben von 1929 ist mit locker gesetztem Pinselstrich gemalt. Kohl setzt den Effekt der Komplementärfarben ein – Rot, Grün – Blau, Gelb wird kombiniert und erzeugt die Spannung und zugleich die Harmonie des Bildes. Die bewegte grüne Hintergrundgestaltung gibt dem Raum Tiefe.
Leider existieren nicht allzu viele Arbeiten dieses exzellenten Malers. Der Grund dafür liegt an Robert Kohls tragischem Schicksal. Kurz vor seiner weiteren Emigration nach den USA wurde Robert Kohl an die Gestapo ausgeliefert und dann nach Blechhammer - einem Außenlager des KZ Ausschwitz - überstellt, von wo er nicht zurückkehrte.
Arbeiten Kohls befinden sich im Besitz der Albertina und in der Graphischen Sammlung in Leipzig, sowie im Leopold Museum und dem Historischen Museum der Stadt Wien.