Pflüger-Bergfrühling

Alfons Walde

Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel

Pflüger-Bergfrühling

Öl auf Karton

49,5 x 70 cm

Links unten signiert: a. Walde
Rückseitig zwei Originaletiketten: ALFONS WALDE/ Kitzbühel Tirol Austria bzw. ALFONS WALDE Kitzbühel/Tirol / NO / Titel: "Bergfrühling" / Datum

Walde WV Nr. D-LA-237
Originalrahmen

Ein Gutachten von Michael Berger vom 14. August 2023, Wien ist vorhanden.

Literatur:

Gert Ammann und Michael Walde-Berger, Alfons Walde Werkverzeichnis, Kitzbühel 2025, Abb. S. 280, Nr. 236

„Die Bildkomposition mit dem Bauer am Feld bei der harten Arbeit und den in
Brauntönen gehaltenen Weideland, Feldern und Behausungen vermitteln eine
Stimmung der schroffen, einfachen Lebensbedingungen, die die bäuerliche Existenz
prägen. Dennoch ist die Atmosphäre nicht drückend. Die Sonne scheint
und die Hoffnung des Aufblühens der Natur ist zu spüren. Vielleicht könnte man
beim ersten Eindruck des Werkes die Einflussnahme vom älteren Malerkollegen
Albin Egger-Lienz vermuten, wiederum vermitteln das schon erwähnte Licht und
vor allem die Krönung des Werkes durch die bewaldete Schneelandschaft im
Hintergrund, dem offenen Sonnenschein ausgesetzt, eine lebensbejahende und
positive Aussage.
Diese szenische Schilderung vom Menschen im Einklang mit der
Natur reiht sich in eine Serie von Bildthemen Waldes ein, die vorwiegend ab den
Dreißigerjahren entstanden sind. Entgegen den vielen Wiederholungen bekannterer
Themen dieser Zeit wie „Einsamer Berghof“, „Spätwinter“, „Bergfrühling“,
„Bauernsonntag“, etc. sind derzeit im Werksarchiv von diesem Motiv nur zwei Versionen
registriert und stellen somit eine Besonderheit auch aufgrund der gelungenen
Bildaussage dar. Die Gegenüberstellung des schroffen, autarken bäuerlichen
Daseins und der Freiheit, der Größe der Naturlandschaft erzeugt ein Spannungsmoment
von Existenz und Lebensfreude. Neben den monumentalen bis dekorativen
Schnee- und Landschaftsbildern der Zwanzigerjahre stehen in diesem Sujet
der Dreißigerjahre die bäuerlichen Hausungen, das Leben in den Bergen und die
Beziehung der Menschen, bedingt durch Ihre Umgebung, der einsamen Berglandschaft,
im Vordergrund. Waldes Hauptanliegen ist weniger in der Darstellung des
Individuums und seiner Befindlichkeit zu suchen, als viel mehr im Einfangen einer
Momentaufnahme der örtlichen Stimmung im Zuge des wiederkehrenden zeitlichen
Ablaufs. Solche Inhalte erfüllen wohl eine Wunschvorstellung der Bergidylle fernab
städtischen und geschäftigen Treibens der Zivilisation.
Alfons Walde hat einerseits von Fotos, Prospekten etc. als Bildvorlagen
gemalt, andererseits aber zog er es vor, aus der Fantasie zu malen beziehungsweise
gelungene „Bildbausteine“, teils in veränderter Form, für andere Kompositionen
zu verwenden. Eine Eigenschaft, die wohl auch seiner Ausbildung als
Architekt zu verdanken war. […] Dieses Werk ist eine gelungene Ausführung eines
seltenen Themas. Der pastose Pinselduktus kommt dort zum Einsatz, wo vom
Künstler ein intensiverer Akzent gewünscht wurde: Am Acker, in den Feldern und
auf den Schneehängen. Licht und Schattenwürfe vervollständigen das Empfinden
der Plastizität und der räumlichen Wahrnehmung.“
Auszug aus dem Gutachten von Michael Berger, 14.08.2023