Stein zur Meditation

Karl Prantl

Pöttsching 1923 - 2010 Pöttsching

Stein zur Meditation

Gummerner Marmor

H 12,5 cm, B 37 cm, T 37 cm
Gewicht: 15kg

Den Arbeitsprozess empfindet der Künstler als „Hinausgehen in den freien Raum“, der Stein wird zum „Mittel, um dieses freie Denken zu erreichen – um frei zu werden von vielen Zwängen, Verengungen und Tabus“. Zugleich entdeckt er die Eigengesetzlichkeit des Steins: Er akzeptiert die Dichte des Materials, nicht aber die ihm zugeschriebene Eigenschaft der kristallinen Härte. Prantl drängt dem Stein keine Form auf, sondern lässt sich von den Strukturen des Steins leiten. Zwangsläufig macht er keine Skizzen, die dem Stein nur eine
Form aufzwingen würden. Unser „Stein zur Meditation“ von 2006 zeichnet sich durch eine radikal-abstrakte Formgebung aus, in der sich der Künstler dem Material selbst zuwendet und aus dessen eigener Beschaffenheit, Zeichnung, Farbgebung und Struktur schöpft. Durch differenzierte Unterbrechungen wie Mulden, Linien und Erhebungen in den behutsam und von Hand geschliffenen Oberflächen modelliert er den Stein zu komplexen und dennoch ausgewogenen Figuren und legt verschiedene Schichten und Sedimente frei. Die Skulptur wird zu einem Artefakt, einer über das Kunstwerk selbst hinausgehenden räumlichen und zeitlichen Dimension.