Elberfeld, Wuppertal 1904 - 1981 St. Veit im Jauntal
Autobushaltestelle
Öl auf Leinwand
75 x 120 cm
Rechts unten monogrammiert: W.B.
Scheicher WV Nr. 505
Provenienz:
direkt aus dem Nachlass des Künstlers, Kärntner Privatsammlung
Literatur:
Wieland Schmied u.a., Werner Berg Gemälde, Klagenfurt 1994, Abb. S. 279, WV Nr. 505, Online-Werkverzeichnis www.wernerberg.com
Im Jahr 1950 lernte Werner Berg die Dichterin Christine Lavant kennen, mit der ihn eine intensive Liebesbeziehung verband. Lavant lebte von 1950 bis 1955 auf dem Rutarhof – eine Zeit, in der sie einander emotional und geistig stark beeinflussten. Der Briefwechsel zwischen den beiden offenbart tiefe Gefühle und Gedanken, die Bergs künstlerisches Schaffen nachhaltig beeinflussten.
Nach dem Ende der Beziehung im Jahr 1955 stürzte Berg in eine schwere Krise, er unternahm einen Suizidversuch und verbrachte daraufhin viele Monate im Krankenhaus. Nach der überstandenen Lebenskrise schöpfte er neue Kraft und widmete sich fortan intensiv der Malerei.
1958 entstanden insgesamt 60 Ölgemälde – das bis dahin produktivste Jahr im Schaffen von Werner Berg. Das Werk „Autobushaltestelle“ zeigt ein für ihn typisches Motiv - die Menschen seiner Wahlheimat Kärnten. Charakteristisch sind die langgezogenen Figuren, die in vielen seiner Werke wiederkehren. Er verzichtet auf die Gesichtszüge und betont die Gesichter mit Lichtakzenten. Das Gemälde besticht durch seine intensive Farbigkeit und hinterlässt mit seinen kontrastierenden Flächen im gleißenden Licht einen bleibenden Eindruck.
In den folgenden Jahren wurde sein Werk vielfach ausgestellt und Werner Berg gelang der lang ersehnte künstlerische Durchbruch.
1968 wurde das Werner Berg Museum, als eines der ersten monographischen Museen Österreichs, in der Stadt Bleiburg eröffnet. Es präsentiert seither in einzigartiger Wechselwirkung von Kunst und Umwelt das OEuvre des Künstlers im Kerngebiet seines Ursprungs.