„Jardin des Plantes"

Xenia Hausner

Wien 1951

„Jardin des Plantes"

Öl auf Papier auf Dibond

106,5 x 139 cm

Rückseitig betitelt, monogrammiert und datiert: "JARDIN DES / PLANTES" / X.H. 24

Ohne Zweifel zählt Xenia Hausner, die bis in die 1990er Jahre als Bühnenbildnerin mehr als hundert Film-, Theater- und Opernproduktionen ausstattete, zu den renommiertesten österreichischen Künstlerinnen der Gegenwart. „Ihre Kunst ist eine Hommage an die analoge Welt“1: Für ihre koloristisch brillanten, farbexpressiven Bilder von allgegenwärtiger Präsenz und überwältigender Wucht inszeniert Xenia Hausner räumliche Settings in ihren Ateliers in Wien, Berlin oder Traunkirchen in Oberösterreich, die von ihr zuerst fotografiert und anschließend gemalt werden. Bei den dargestellten Personen handelt es sich fast immer um Frauen, die wie Schauspielerinnen auf einer imaginären Bühne in einem von der Künstlerin „geschriebenen“ Stück agieren. Xenia Hausner, als Tochter des Malers Rudolf Hausner von klein auf mit unterschiedlichen künstlerischen Zitaten konfrontiert, verwehrt sich dezidiert dagegen, die Lesbarkeit ihrer narrativen Malerei durch detaillierte erwehrt sich dezidiert dagegen, die Deutung ihrer narrativen Malerei durch genaue Anleitung festzulegen. Ihre lapidare Standardantwort auf die Frage nach dem Bedeutungsinhalt ihrer Bilder lautet deshalb: „Finden Sie es selbst heraus: Was auch immer Sie projizieren, ist wahr.“2

1 Laura Gascoigne, „Geschichten ohne Lösungen“, in: Ausstellungskatalog „Xenia Hausner. True Lies“, hrsg. Elsy Lahner, Klaus Albrecht Schroder, Albertina, Wien 2021, S. 59–66, hier: S. 66
2 ebd., S. 64