Vally Wieselthier

Wien 1895 - 1945 New York

Vally Wieselthier wurde 1895 in Wien geboren. Ab 1914 besuchte sie die Wiener Kunstgewerbeschule, anfänglich die Textilwerkstatt, dann die Fachklasse für Malerei bei Koloman Moser. 1917 wechselte sie schließlich in die Fachklasse für Architektur zu Josef Hoffmann. Nebenbei studierte sie ab 1917 in der von Michael Powolny geleiteten Keramikwerkstatt. Josef Hoffmann wurde in seiner Doppelfunktion als Professor der Schule und Leiter der Wiener Werkstätte auf die talentierte Schülerin aufmerksam und konnte sie für seinen Betrieb gewinnen. Vally Wieselthier trat bereits 1917 in die neueröffnete Werkstatt für Keramik der Wiener Werkstätte ein und geriet unter den Einfluß des künstlerischen Leiters Dagobert Peche. Wieselthiers künstlerisches Schaffen wurde bestimmt von einem spielerischen Umgang mit traditionellen Formen und einem freien Umgang mit dem Material. Durch die neuartige Expressivität ihrer Keramikobjekte in Farbe und Form trug sie entscheidend zur Neubelebung dieses Genres bei. Von 1922 bis 1927 führte sie eine eigene Werkstatt in Wien. 1925 wurden ihre keramischen Skulpturen im Rahmen der "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes" in Paris präsentiert. 1927 kehrte sie zur Wiener Werkstätte zurück und wurde Leiterin der Werkstatt für Keramik. Ab 1928 kam es zu immer längeren Aufenthalten in New York. 1932 übersiedelte Vally Wieselthier endgültig nach New York.