Czernowitz 1874 - 1951 Wien
"Die Verzauberte Insel“
(Shakespeare, Der Sturm)Öl auf Leinwand
78 x 110 cm
Rechts unten signiert und bezeichnet: O. Laske / Op. 114.
Rückseitig Etikett des Wiener Künstlerhauses: 1952 / 1379
Rückseitig bezeichnet auf weiteren Klebeetiketten: DIE / VERZAUBERTE / INSEL / (STURM) / 1935 sowie "DIE VERZAUBERTE INSEL" / STURM (Shakespeare) / O. Laske
Provenienz:
Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien 2000/2001
Privatsammlung, Salzburg
Ausstellungen:
Wien, Künstlerhaus-Gedenkausstellung "Oskar Laske: Gemälde, Aquarelle und Bühnenbilder aus dem Nachlass", einschließlich der Sammlung Laske aus der Theatersammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, März - Juni 1952, Nr. 1379
Wien, Kunsthaus, „Oskar Laske 1874-1951“, 1996
Literatur:
Oskar Laske, Der künstlerische Nachlaß, hrsg. von Lily Schulz-Laske und Elisabeth Kesselbauer-Laske, Wien 1952, S. 8/114 ohne Abb.
Ausstellungskatalog, "Oskar Laske 1874-1951" hrsg. von G. Tobias Natter, Kunsthaus Wien, Wien 1996, Abb. S. 42 (mit Vermerk: aus William Shakespeare "der Sturm")
Die Welt des Theaters bot für Oskar Laske eine reiche Inspirationsquelle und auch ohne Bezeichnung auf der Rückseite des Gemäldes könnte man aufgrund der von Oskar Laske detailliert erzählten Geschichte den Schluss ziehen, dass hier William Shakespeares Stück The Tempest (Der Sturm) als Vorlage diente.
Das Schauspiel, welches 1611 uraufgeführt wurde, handelt vom Schicksal des Zauberers Prospero und seiner Tochter Miranda. Noch als Herzog von Mailand, vertiefte sich Prospero ins Studium der Zauberei und vernachlässigte darüber seine Regierungsgeschäfte. Diese Gelegenheit nutzte sein Bruder Antonio und entmachtete ihn, worauf Prospero mit seiner Tochter auf eine einsame Insel floh. Zwölf Jahre später ist der Magier Herrscher auf der Insel und hat sich den Luftgeist Ariel sowie Caliban, den Sohn der Hexe Sycorax und früheren Herren der Insel, Untertan gemacht.
Es ergibt sich, dass die Verantwortlichen für Prosperos Exil in einem Schiff an der Insel vorbeifahren. Diese Gelegenheit nutzt Prospero und beschwört mit Hilfe Ariels einen Sturm herauf, der das Schiff kentern lässt woraufhin sich die Besatzung auf die Insel rettet und nun der Rache des Zauberers ausgeliefert ist.
Aus der Vogelperspektive malt Oskar Laske entscheidende Szenen des Stückes. Vor allem märchenhafte Elemente des Textes nahm Laske auf und transponierte sie in seine ureigene Bildsprache. Die als Opus 114 entstandene Komposition „zeigt phantasievolle, in die Fläche projizierte Hügelformationen auf einer Insel, auf der sich in simultaner Darstellung die einzelnen Szenen abspielen. In kindlich-naiver Erzählform ist das Geschehen geschildert, wobei die Figuren, vor allem bei der Gastmahlszene links unten, in ihrer überspitzten Gestik deutliche Züge der Commedia dell’arte aufweisen. Die helle leuchtende Farbigkeit entspricht dem märchenartigen Charakter dieser Komposition. […] wobei vor allem den phantastischen Mischwesen, dem Luftgeist Ariel oder dem affenartigen Ungeheuer Kaliban, sein besonderes Interesse galt.“ 1
1 Cornelia Reiter in: Oskar Laske, Kunsthaus Wien Februar – Mai 1996, Hrsg. Tobias Natter, S. 20