
„Von Anfang an hat mich nur die Abstraktion interessiert. Das andere ist mir zu direkt. Ich will das Ganze indirekter haben. Wohl den Inhalt, aber nicht das Ausschauen. Rot – das ist Feuer, Liebe… Es gibt kein Bild ohne Rot. Dann finde ich keinen Zugang. Auf Rot baue ich auf.“1
1Gespräch zwischen Prof. Markus Prachensky und Eva Gratl in der Akademie der bildenden Künste Wien, 1999
Abstraktion und die Farbe Rot sind die beiden zentralen Konstanten im Werk von Markus Prachensky, das einen unverwechselbaren Stellenwert innerhalb der österreichischen Kunst einnimmt. Der künstlerische wie persönliche Weg dorthin war von besonderer Intensität geprägt: von einer aufbrechenden Stimmung in den frühen Jahren, von Neugier, Freundschaften, Reisen, Leidenschaft und einem außergewöhnlichen Maß an Talent. Von Beginn an zeigte sich Prachensky fasziniert von der geistigen und künstlerischen Aufbruchsstimmung im Wien der Nachkriegszeit.
Prachenskys künstlerische Anfänge standen zunächst im Zeichen des geometrisch Abstrakten, von dem er sich jedoch bald wieder löste. Die hier gezeigte Papierarbeit „Rouge sur Noir“ aus dem Jahr 1958 ist ein Zeugnis dieser Entwicklung: Eine gestische Bewegung im Malprozess verbindet sich mit roter Farbe auf dunklem Bildgrund. In den 1960er Jahren verändern sich die Bildhintergründe. Weiß, auch Grau treten an die Stelle der dunklen Grundierungen. Gleichzeitig wird die Gestik der Malerei dynamischer und stürmischer. Der Rhythmus der Pinselschrift erinnert nun häufig an kalligraphische Zeichen. Trugen seine Bildserien ab Mitte der 1950er Jahre die Namen ihrer Entstehungsorte – etwa Berlin, Wiesbaden oder Aschaffenburg –, so verweisen die Titel ab den 1970er Jahren zunehmend auf Reiseziele, die als Inspirationsquellen für die jeweiligen Serien dienten.
Prachenskys Bilder sind Ergebnisse dieser Reisen, entstanden jedoch nicht vor Ort, sondern erst nach der Rückkehr im Atelier. Den Serien auf Büttenpapier und Leinwand gingen ausführliche Vorstudien voraus. Das scheinbar Unmittelbare der Farbe und der spontan wirkende Farbauftrag waren stets genau durchdacht und unter der bewussten Kontrolle des Künstlers. Linien, Flächen und Farben sind ideal aufeinander abgestimmt und präzise austariert. Dennoch haftet den Bildern – durch den gestischen Farbauftrag, die breiten Pinselstriche und die gespritzte Farbe – eine tief empfundene Spontaneität an.
Auch musikalische Bezüge finden sich in den Bildtiteln wieder. Prachensky hörte beim Malen Musik aus unterschiedlichsten Genres, von Klassik bis Jazz, und blieb innerhalb einer Serie sowohl farblich als auch musikalisch konsequent einem Stil treu. Titel wie „Umbria Quartetto“, „Swing de Provence“, „Angelo Duke“, „Luxor Swing“ oder „Korsika Bebop“ verweisen darauf. Die gewählten, intensiven Farben fungieren dabei als Träger expressiver Kraft und bestimmen maßgeblich die energiegeladene, unmittelbar anziehende Wirkung der Bilder.
Markus Prachensky
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