Wien 1934 - 2013 Wien
Fliegendes Pferd
Ausführung: Alfred Zöttl, Wien
Bronze
Auflage 10 + 1 AP
H 57 cm (mit Sockel), B 42,7 cm, Platte 18 x 18 cm
Marken: Monogramm AC
Literatur:
vgl. Geiserich E. Tichy (Hg.), Alfred Czerny. Auf der Suche nach zeitloser Schönheit, Wien 2004, Abb. S. 55 und S. 162
Thematisch galt – neben der menschlichen Figur – Tieren Alfred Czernys vorrangiges künstlerisches Interesse. Die eindrucksvollen und außerordentlich sensibel beobachteten Darstellungen von Pferden nehmen dabei einen Sonderstatus ein. Schon als Kind formte Czerny Tiere aus Holz, Ton, Plastilin oder Papiermaschee. Später hatte Alfred Czerny bis zu sieben Pferde gleichzeitig in seinem Stall. Seine intime Kenntnis der Pferdeanatomie diente ihm als unverzichtbare Grundlage für Pferdeköpfe aus Stein, Zeichnungen sowie unzählige Pferde-Kleinplastiken, freihändig mit Lötkolben aus Lötzinn geformt, darunter seine berühmten fliegenden Pferde. In unnachahmlicher Eleganz schweben sie in der Luft, vergleichbar den „Tianma“, den Himmelspferden im alten China1, denen als Fabelwesen übernatürliche und mystische Kräfte zugeschrieben wurden.
Nicht nur in den mit nahezu spielerischer Verve bildnerisch gestalteten Pferden, sondern auch in Czernys anderen Tierdarstellungen und in seinen Akten, die vielfach eine schlängelnde Bewegung akzentuieren, sowie in seinen Torsi wurde des Künstlers selbst formuliertes Postulat, „Plastiken sind nicht lebendig, sie können aber das Lebendige mitteilen"2, kongenial umgesetzt.
1vgl. Sven Weidlinger, in Ausstellungskatalog „Österreichische Bildhauer gelernt bei Wotruba“, Burg Lockenhaus, Burgenland 1986, S. 138
2Geiserich E. Tichy (Hg.): Alfred Czerny. Auf der Suche nach zeitloser Schönheit, Wien 2004, S. 1