• "Dove Sta Memoria"
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Marc Adrian

1930 Wien - 2008 Wien

"Dove Sta Memoria"

Hinterglasmontage, Malerei auf Leinwand hinter Edelitglas

103 x 81 cm
91 x 70 cm (ohne Rahmen)

Rückseitig betitelt, signiert und datiert: dove sta memoria / WV 162 / marc adrian 73

Cabuk WV Nr. S/0 1973 5

Ausstellungen:

Graz, Neue Galerie, Innsbruck, Galerie im Taxispalais, Linz, Neue Galerie, 1975
Wien, Galerie Veronique, 1976
Graz, Galerie Leonhard, Marc Adrian Hinterglasmontagen, 1993
Graz, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Marc Adrian. Von Op Art bis Computerkunst, 2007

Literatur:

Ausstellungskatalog „Marc Adrian, Hinterglasmontagen und -bilder 1955-1975“, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum Graz, 1975 Graz, WV 162
Ausstellungskatalog „Marc Adrian Hinterglasmontagen 1970-1977" Galerie Leonhard, Graz 1993, Abb. Kat. 162, Coverrückseite
Ausstellungskatalog „Marc Adrian, Von Op Art bis Computer Kunst", hrsg. von Anne Artaker und Peter Weibel, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 2007, Abb. S. 287, WV 162
Dieter Bogner, Cornelia Cabuk, Olaf Moeller, Harald Krejci, Marc Adrian. Film Kunst Medien, Monografie & Werkverzeichnis, Wien 2016, Abb. S. 371

Obwohl die Kunst des 20. Jahrhunderts im Rückgriff auf die Moderne immer wieder eine abstrakt-geometrische Formensprache hervorbringt, die in Österreich eine reiche kulturelle Tradition hat, finden österreichische Kunstschaffende, die sich für eine konstruktivistische, konkrete oder kinetische Ausdrucksweise interessieren, in den 1960er- und 1970er-Jahren wenig Resonanz. Die Darstellung von Bewegung in der Kunst wird zum zentralen Untersuchungsgegenstand Marc Adrians, der von Peter Weibel als „Vater der Medienkunst“ bezeichnet wird. Neben seinen frühen Sprungperspektiven, druckgrafischen Kippfiguren, strukturellen Filmen und Mobiles entwickelt der Wiener Künstler, der bei Fritz Wotruba an der Akademie der bildenden Künste Wien studierte, ab 1955 einen bedeutenden Werkzyklus: die Hinterglasmontagen. Das Prinzip dieser Assemblagen besteht darin, industriell gefertigtes Riffelglas als Interferenzauslöser zu verwenden; auch ein filmischer Aspekt ist zu erkennen. In einem bestimmten Abstand zum Glas rückwärts angebrachte Formen verändern sich optisch im Auge des am Werk vorübergehenden Betrachters. Die Aktivierung des Betrachters wird in die Konzeption dieser Arbeiten einbezogen. Indem der Betrachter durch die Veränderung seines Standortes die verschiedenen Bildperspektiven entdecken kann, entsteht ein „Laufbild“ - je nach Blickwinkel ändert sich die optische Wahrnehmung.
Ab 1955 arbeitet Adrian vor allem mit einfachen geometrischen Formen, die der konkreten Kunst zugeordnet werden können. Zehn Jahre später bezieht der Künstler auch Buchstaben und Wörter in seine Bildobjekte mit ein – die visuelle Poesie wird Teil des Werkes. Als einziger Österreicher nimmt Adrian 1965 an der Op-Art-Ausstellung „The Responsive Eye“ im Museum of Modern Art in New York teil. 1968 gestaltet er Porträts, die in ihrer äußerst starken Reduzierung die charakteristischen Elemente der Physiognomie der dargestellten Person wiedergeben. Nach einigen Aufenthalten in Amerika löst, vor dem Hintergrund der Pop-Art Szene, eine poppig-grelle Farbigkeit das bis dahin kühle Farbkonzept der Hinterglasmontagen ab. Bereits mit der Werkgruppe der Hinterglasmontagen schreibt sich Marc Adrian, der Zeit seines Lebens an der Demokratisierung der Kunst arbeitet, unwiderruflich in die Kunstgeschichte ein. Constanze Malissa