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Verkaufsausstellung

Valentin Oman – Ecce Homo

14. September bis 10. Oktober

In seinem Garten steht Valentin Oman im weißen Kittel voll Farbspritzer vor einer langen Mauer. Es ist genau die Mauer, auf der er seine „Ecce Homo“ kreiert. Durch die Farben, die er Schicht für Schicht auf der Mauer aufbringt, entstehen beeindruckende und nicht reproduzierbare Werke, die er mit Leim von der Mauer auf die Leinwand überträgt. Er zieht sozusagen seine „Ecce Homo“ von der Mauer ab – teils stärker, teils leichter löst sich die Leinwand von dem Mauerputz, wodurch sich eine Fragmentierung ausbildet, welche die Figuralität der „Ecce Homo“ bestimmt. Omans Werke stehen somit auch für einen einzigartigen Arbeitsprozess, bei dem nie direkt auf den Bildträger gemalt wird.

Valentin Omans Schaffen zeigt die Verbindung von Techniken aus Malerei und Grafik, wobei er auf unterschiedliche bildnerische Möglichkeiten zurückgreift und hierbei seine eigene ausdrucksstarke Bildsprache entwickelt. Er beschränkt sich nicht auf die traditionelle Leinwandmalerei, sondern experimentiert mit Möglichkeiten des Farbauftrags, wodurch nicht allein Form und Ausdruck den Facettenreichtum des Werks ergeben. Es entstehen vielschichtige Materialbilder, die ein starkes Kolorit aufweisen. Auf den ersten Blick mögen Blau- und Rottöne vorherrschen, daneben lassen sich jedoch auch unzählige kräftigere und zartere Orange-, Türkis-, Grün-, Rosa- und Violetttöne entdecken. Pastose Farbflächen stehen stark fragmentarischen Aussparungen gegenüber. Diese sind die Resultate des gleichzeitig faszinierenden und eigenwilligen Arbeitsprozesses, bei dem Oman die Farbschichten von der Mauer löst. Ein Auf- und Abtragen findet sich nicht nur bei den von der Mauer abgenommenen Bildern, sondern auch in der Form eines Aufklebens und Abziehens von Folien bei Werken, die dem Zeichnerischen verhaftet sind. Letztere werden von der Linie dominiert und zeichnen sich durch eine stark grafische Komponente aus. Diese prägnanten Linien, die in einem kräftigen Schwarz ausgeführt sind, deuten auf figurale Kompositionen hin, die oftmals menschliche Formen annehmen, denen jedoch ein abstrakter Charakter innewohnt. Generell stellt die Thematik der menschlichen Existenz das Hauptmotiv in Omans Oeuvre dar. Bei seinen Landschaften verzichtet Oman gänzlich auf figurale Elemente, dafür bestechen sie durch ihre ausdrucksstarken Farben, die zu einer intensiven Tonalität führen.
Die Farbe ist nicht allein Instrument, sondern sie wird bei Valentin Oman zum eindrucksvollen, intensiven Ausdrucksmittel.

Nicoletta Müller