Alfred Wickenburg

Gleichenberg 1885 - 1978 Graz

Alfred Wickenburg studierte in München, Paris und Stuttgart. Er war gemeinsam mit Wilhelm Thöny der Mentor der steirischen klassischen Moderne, er war der erste, der Kubismus, Futurismus und die „Pittura metafisica“ rezipierte. Als langjähriger Vizepräsident der Sezession Graz trug er wesentlich zur Weltoffenheit und den internationalen Erfolgen dieser Kunstvereinigung bei. Wegen seiner avantgardistischen Bilder verlor er 1932 seine Stellung als Zeichenlehrer und wurde 1933 wegen einer Madonnendarstellung öffentlich angegriffen. Nach der Krise der Sezession im Jahre 1934 besserte sich seine Lage wesentlich. Er wurde Professor an der Landeskunstschule und Präsident der Sezession. 1936 nahm er an der Biennale in Venedig und 1937 an der Weltausstellung in Paris teil.
Als die Nationalsozialisten immer einflußreicher wurden und schließlich die Macht an sich rissen, begann er in „verdeckter Malweise“ kritische Inhalte bildlich zu vermitteln. Sein typischer Stil galt als „entartet“. An Ausstellungen beteiligte er sich mit angepaßten Bildern, daneben führte er aber einen Werkstrang weiter, in dem er seine moderne Malweise beibehielt.
Nach Kriegsende wurde er Präsident der wiedergegründeten Sezession Graz und erhielt die Leitung der Freskoklasse in der Ortweinschule. Er beteiligte sich an den Ausstellungen des Wiener ART-CLUB und nahm 1950 an der Biennale in Venedig teil. Später wurde er Delegierter der Unesco und Mitglied des österreichischen Kunstsenats.