Flamingos

Ludwig Heinrich Jungnickel

Wunsiedel 1881 - 1965 Wien

Flamingos

aus der Serie „Schönbrunner Tiertypen“

Farbholzschnitt

29,7 x 28,4 cm (Motiv)
34,9 x 31,8 cm (Blatt)

Links unten bezeichnet: MIT KAISERL. SUBVENT. AUSGEFÜHRT.
Rechts unten signiert und datiert: -JUNG- / NICKEL / 1910
Rückseitig bezeichnet: Vom Künstler 20/IX 1910=20K

Spielvogel-Bodo WV Nr. OG.28

Literatur:

vgl. Ilse Spielvogel-Bodo, Ludwig Heinrich Jungnickel. Ein Leben für die Kunst. Mit einem Werkkatalog der Druckgraphik, Klagenfurt 2000, Abb. S. 30 und Abb. S. 324, WV Nr. OG.28
vgl. Ausstellungskatalog „Kunst für alle. Der Farbholzschnitt in Wien um 1900“, Schirn Kunsthalle Frankfurt und Albertina Wien 2016-17, Abb. S. 336

Unisono gilt Ludwig Heinrich Jungnickels zehn Blätter umfassende Serie der „Schönbrunner Tiertypen“ als einer der unumstrittenen Höhepunkte in Jungnickels reichem künstlerischen Oeuvre. 1909-10 konzipierte er diese beeindruckende Folge von Farbholzschnitten nach eingehendem Studium der Tiere in der Schönbrunner Menagerie mit finanzieller Unterstützung durch „Seine apostolische Majestät, Kaiser Franz Joseph I.“. Präzisest beobachtete Momentaufnahmen von Flamingos, Papageien, Affen, Raubkatzen, Marabus, Hähnen und Hirschen wurden von Jungnickel eigenhändig auf kostbarem Japanpapier gedruckt. Konstituierendes stilistisches Merkmal der „Schönbrunner Tiertypen“ ist die in Anlehnung an das Vorbild des japanischen Farbholzschnittes starke Verankerung des Bildgegenstandes, des Tiermotivs, in der Fläche. Diese starke Flächengliederung wurde durch eine Betonung der knappen Kontur, den kühnen Bildausschnitt und die Verwendung der Parallelperspektive evoziert. Jungnickel erregte mit seiner Schönbrunn-Serie beträchtliches Aufsehen im In- und Ausland, so wurde er für seine Farbholzschnitte 1911 auf der Internationalen Kunstausstellung in Rom mit dem Graphikerpreis und wenig später in Amsterdam mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.