„I Make You Shine, tall"

Hubert Schmalix

1952 Graz - 2025 Los Angeles

„I Make You Shine, tall"

Öl auf Leinwand

175 x 70 cm

Rückseitig signiert und datiert: Schmalix / 21

Im Mittelpunkt von Hubert Schmalix' ausgeklügeltem bildnerischen Kosmos steht der Malprozess per se, nicht dessen inhaltliche Dimension. Meist klassisch anmutende Sujets – Akte, (alte) Männer und Frauen, Häuserzeilen, Landschaften, Blumen – definieren den thematischen Ausgangspunkt seiner formelhaften Bildfindungen, die von einer außergewöhnlichen koloristischen Begabung zeugen. „Er zeigt die Passion des Malers für die Malerei", gestand ihm der Kunsthistoriker und langjährige Museumsdirektor Dieter Ronte 2001 zu. In einem Videointerview mit Georg Schöllhammer vom Mai 1993 antwortete Hubert Schmalix auf die Frage, ob er ein Konzept von Malerei habe: „Ich versuche einfach, das Bild von selbst entstehen zu lassen, kein direktes Ziel anzupeilen, sondern ständig unter Loslösung der Gravität zu arbeiten. Es geht nicht darum, einen Weg bis zum Ziel zu gehen, sondern ständig zu schweben – zu schweben, bis irgend etwas da ist. Und dann irgendwann entscheidet man: Jetzt geht man runter auf den Boden und verläßt das Bild. [...] Ab dem Moment, wo es eine schmerzhafte Überwindung wäre weiter zu malen, funktioniert es nicht mehr. Ich sehe in meiner Arbeit überhaupt keine besondere Wertigkeit: Ich gehe ins Atelier zu bestimmten Zeiten und gehe heim zu bestimmten Zeiten – wie ein Tischler oder wie ein Mechaniker."
Hubert Schmalix komponiert seine stereotype, extravagant kolorierte Bildsyntax aus ästhetisch-prägnanten, emotionslosen, zeichenhaften Elementen, die sich wie Bausteine zu einem konstruktiv-konzentrierten Bild fügen. Das Negieren von räumlicher Tiefe, das Fehlen einer narrativen Dramaturgie, der plane Farbauftrag, die serielle Komponente charakterisieren in diesem Zusammenhang ein ebenso unverwechselbares wie lustvoll malerisches OEuvre. Zunächst in Skizzen auf Karton, später als Projektionen auf Leinwände, werden die herrlichsten Farben zwischen die fest umrissenen Konturen platziert. Hubert Schmalix' Werke kommen ohne Verortung aus: Seine Landschaften sind meist alpin, aber nicht topografisch bestimmt; in seinen Blumenbildern mit ihren erotischen Untertönen dringen nur Blüten, Blätter und Stängel in das visuelle Bewusstsein - Vasen oder eine natürliche Umgebung sucht man vergebens. „Aber ich brauche eine Grundlage, eine Basis, von der aus ich abstrahieren kann. Ganz abstrakt: Da würde mir der Halt fehlen." (Hubert Schmalix, 2015)